Erste Hilfe für den Hund

Erste Hilfe beim Hund: Das ist im Notfall zu tun!

Wichtige Erste-Hilfe-Handgriffe, Erste-Hilfe-Kasten, Erste-Hilfe-Kurse beim Tierarzt.

Panik kommt in dir hoch, denn es ist blitzschnell passiert: die Verletzung, der Biss, der Unfall. Ein jaulender, blutender oder gar apathischer Hund steht oder liegt vor dir. Du bist kein Tierarzt und doch kannst du mit der richtigen Vorbereitung Erste Hilfe für deinen Hund leisten und helfen, sein Leben zu retten. 

 

Die Telefonliste: Erste Hilfe für den Hund rufen

An jede Pinnwand in einem Hundehaushalt gehört eine aktuelle und unübersehbare Liste mit Erste-Hilfe-Nummern. Im Notfall ist man viel zu aufgeregt, um das mal schnell zu googeln. Schreibe folgende Nummern gut lesbar auf: von eurem Tierarzt und einem zweiten Tierarzt in der Nähe und von den zwei nächstgelegenen Tierkliniken. Notiere dazu die Adressen. Du solltest diese Daten für unterwegs auch unbedingt zusätzlich in deinem Handy einspeichern!

Tipp: Schreib dir unter die Nummern in dicker Schrift einen Satz wie: „Bleib ruhig, hol Hilfe, atme tief durch ? bestimmt wird alles wieder gut!“ Wähle dafür Worte, die für dich glaubhaft klingen. Sie werden dir im Notfall gut tun. Schließlich kann dein Hund sich nicht selbst helfen und ist auf deine Besonnenheit angewiesen. So ruhig wie möglich zu bleiben, gilt als oberstes Gebot in jeder Notsituation.

 

Der Verbandskasten: Erste Hilfe für den Hund vorbereiten

In jedem Auto muss ein Erste-Hilfe-Kasten sein. Mache dir das zum Vorbild und halte eine Erste-Hilfe-Kiste speziell für Tierunfälle in deinem Haushalt parat. Du kannst im Fachhandel fertig ausgestattete Erste Hilfe-Sets kaufen oder den Notfallkasten selbst zusammenstellen. Dort hinein gehören: Einweghandschuhe, Mullbinden, Watte, sterile Wundauflagen, eine Verbandsschere und Pflaster zum Befestigen des Verbandes. Alternativ kann man den Verband mit selbsthaftendem Flexiband außen umwickeln und ihn damit trittfest und schmutzabweisend befestigen. In die Erste-Hilfe-Kiste gehören auch Babysocken oder Hundeschuhe für Pfotenverletzungen, sowie Pinzette und Zeckenzange oder Zeckenkarte. Besorge dir in der Apotheke Wundsalbe, dazu ein Desinfektionsmittel ohne Alkohol zur Wunddesinfektion und Kohletabletten für den Fall einer Vergiftung. Zur Gabe von flüssigen Medikamenten ist eine Einwegspritze ohne Kanüle sinnvoll. Ebenso kannst du hier das digitale Fieberthermometer für deinen Hund aufbewahren.

Tipp: Schreib dir jedes Jahr fest in den Kalender, den Verbandkasten zu checken und fülle unbedingt verbrauchtes Material nach. Im Notfall wirst du dir selbst für diese vielleicht spießige Gründlichkeit dankbar sein.

 

Die Chance: Erste Hilfe beim Hund selbst leisten

Erste Hilfe beim Hund bei Bissverletzungen: Bei Bissverletzungen bist du selten direkt bei dir Zuhause. So ist es vor allem wichtig, deinen Liebling sofort aus der Situation herauszunehmen und ihn dir genau anzuschauen. Wo blutet er, klafft eine offene Wunde, humpelt er, steht er unter Schock?

Versuche Blutungen z.B. mit Taschentüchern, einem Schal oder einem anderen Kleidungsstück zu stoppen. Ist der Biss in deinem Haus oder Garten passiert, kannst du schnell Verbandsmaterial holen. Du brauchst eine sterile Wundauflage. Darüber kommt ein wenig Watte. Beides wird mit einem Mullverband umwickelt. Übrigens ist es bei Verletzungen am Ohr besser, dein Tier draußen zu versorgen, weil die Ohren extrem stark durchblutet werden und ein Kopfschütteln das Blut bis an die Decke verteilen würde. Dann bringe deinen Hund schnellstmöglich zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik. Idealerweise fährst du nicht selbst, sondern sitzt z.B. hinten bei deinem auf der Rückbank liegenden Hund. Zudem sollte jemand bei dem Arzt oder in der Klinik anrufen, um den Notfall zu schildern. So kann man sich dort vorbereiten und den Hund schneller passend verarzten.

Tipp: Weil verletzte Tiere unberechenbar reagieren können, unbedingt dem Hund einen Maulkorb oder ein Maulschlinge anlegen. Allerdings muss gerade bei Ohnmacht sichergestellt sein, dass der Hund weiter frei atmen kann.

 

Erste Hilfe beim Hund beim Autounfall: Wurde dein Liebling angefahren, können  Knochenbrüche sichtbar sein. Manchmal kann man die inneren Verletzungen aber nicht sehen. Der Hund steht oft zusätzlich unter Schock, er zittert oder wirkt apathisch. Bringe deinen Hund vorsichtig auf einer Unterlage (wie einem Laken, einem Handtuch, einer Tischdecke) in die stabile Seitenlage. Die Unterlage ist später hilfreich, um den verletzten Vierbeiner zu tragen und zu transportieren. Für die stabile Seitenlage lege den Hund auf die unverletzte Seite. Du musst dann den Kopf und die Wirbelsäule in eine gerade Linie rücken und die Beine vorsichtig auseinanderziehen. Danach behutsam die Zunge aus dem geöffneten Mund holen, damit der Hund nicht an ihr erstickt und Erbrochenes abfließen kann. Zusätzlich lagere den hinteren Körperbereich durch ein Kissen oder eine Decke höher.

 

Erste Hilfe beim Hund bei Vergiftung: Ob unterwegs oder im Haus, hat dein Hund etwas Giftiges gefressen, muss er sofort für Gegenmaßnahmen zum Tierarzt gebracht werden. Nimm dafür, wenn möglich, eine Probe von dem Gefressenen, dem Erbrochenen oder von der Verpackung mit. So kann der Tierarzt das Risiko besser einschätzen. Die wichtigste Maßnahme, die du selbst in Falle einer Vergiftung machen kannst: gibt deinem Liebling Kohletabletten. Warum? Aktivkohle verhindert die Aufnahme des Giftes in Magen und Darm, weil sie die Giftstoffe an sich bindet. Trotzdem muss der Hund direkt zum Tierarzt! Anzeichen einer möglichen Vergiftung können sein: heftiges Erbrechen, Krämpfe, Durchfall, Blut im Stuhl oder im Urin, helles Zahnfleisch, Zittern, unregelmäßiger Atem, unruhiger Herzschlag. Ein Tier mit diesen Symptomen gehört in ärztliche Behandlung.

 

Das Pflichtprogramm: Erste-Hilfe-Kurs Hund

Viele Tierärzte, Hundeschulen, Hundevereine oder auch Tierkliniken bieten Erste-Hilfe-Kurse für Hundehalter an. Ebenso finden sich solche speziellen Kurse beim Deutschen Roten Kreuz oder den Johannitern. Sie kosten meist unter 50 Euro und finden kompakt an einem oder zwei Terminen statt. Es kann ein Hundeleben retten, daran teilzunehmen. In den Kursen werden wichtige Ersthilfe-Maßnahmen bei Knochenbrüchen, Vergiftungen, Augenverletzungen oder auch anderen Wunden erklärt und soweit möglich geübt. Auch das richtige Anlegen von Verbänden oder die Herzmassage sind dabei ein Thema.

Tipp: Gibt es noch keine Erste-Hilfe-Kurse für Hunde in deiner Nähe, finde andere interessierte Hundebesitzer und sprich deinen Tierarzt darauf an. Meist wird dann recht kurzfristig ein solcher Kurs angeboten.

 

Die Sofort-Maßnahme: Kleine Wunden selbst versorgen

Eine erste Maßnahme ist, das Fell rund um die Wunde zu kürzen und sie mit klarem Wasser grob zu säubern. So kannst du genau sehen, wie groß oder wie tief die Wunde ist. Nun reinige sie vorsichtig mit einem Desinfektionsmittel. Denke daran, vorher deinem Hund einen Maulkorb oder eine Maulschlinge anzulegen, um dich selbst zu schützen, falls dein verletzter Vierbeiner wegen der Schmerzen aggressiv reagiert. Schürfwunden und kleinere oberflächliche Wunden heilen besser, wenn sie offen bleiben. Ein Pflaster oder gar ein Verband ist da nicht nötig.

Für Erste Hilfe gilt: Du kannst auf Notfälle gar nicht genug vorbereitet sein. Doch du musst keineswegs ein halber Tierarzt werden. Informiere dich, sorge für eine gute Erste-Hilfe-Ausstattung Zuhause und besuche einen Erste-Hilfe-Kurs. Im allerbesten Fall ist alle Vorbereitung umsonst und dein Liebling bleibt unfallfrei, gesund & munter.

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