Hund jagt Katze

Hund jagt KatzeWarum jagen Hunde Katzen – eine ganz alte Geschichte!

Tipps für ein entspanntes Miteinander von Hund und Katze. Missverständnisse ade!

 

Es geht meist blitzschnell: Hund Rex sieht Katze Kitty – zack ist er in heller Aufregung und rast sofort hinterher. Die Katze, noch schneller, flitzt auf den nächsten Baum, in die dichte Hecke oder über den Zaun. Beide Tiere reagieren ohne Zögern maximal instinktiv. Ihre Körper befinden sich in höchster Anspannung. Alarmstufe Rot bei beiden Vierbeinern.

Warum ist das eigentlich bei fast allen Katzen- und Hunde-Begegnungen so? Warum jagt dein Hund einer fremden Katze hinterher? Wir schauen auf die Gründe und geben dir Tipps, damit es im Alltag mit dem Miteinander von Hunden und Katzen besser klappt. Denn eigentlich ist „Hund jagt Katze“ nur ein großes Missverständnis und vor allem eine ganz alte Geschichte.

 

Warum jagen Hunde Katzen – eine Erklärung mit Vergangenheit

Auch wenn deine Katze oder dein Hund gezähmte Haustiere sind, es sind keine Kuscheltiere. Genau darum jagen sie sich. Immerhin stammen beide Rassen jeweils von wilden Vorfahren ab und haben bestimmte instinktive Reaktionen im Blut. Zudem ist von der Natur nicht vorgesehen, dass verschiedene Tierrassen miteinander kommunizieren oder sich verpaaren. In der Tierwelt geht es ums Überleben der eigenen Art. Bei einem Aufeinandertreffen von Fleischfressern stellt sich in der freien Wildbahn eigentlich nur die eine Frage: fressen oder gefressen werden?

Diese alten Raubtier-Instinkte sind in Rex und Kitty noch hellwach, auch wenn sie längst uns Menschen als ihre Dosenöffner gezähmt haben. Darum reagiert deine Kitty bei Hundebegegnungen mit der Fluchtreflex und darum reagiert dein Rex beim Anblick von Katzen mit dem Jagdreflex. Ob Hase oder Katze, es ist für die meisten Hunde unmöglich, bei einem plötzlich wegrennenden Tier nicht sofort die Verfolgung aufzunehmen. Ihr Hetztrieb ist zu stark, gerade bei Jagdhundrassen, doch nicht nur bei ihnen.

 

Hund jagt Katze – Endlich entspannt auf dem Spaziergang

Wenn dein Liebling zu den Hunden gehört, die einer Katze sofort hintersprinnten müssen, hält ihn auch die Leine (und dein Arm daran) nicht davon ab. So können Spaziergänge anstrengend oder schmerzhaft für dich werden. Es droht deinem hinterherhetzenden Tier zusätzlich die Gefahr, dass es kopflos auf eine verkehrsreiche Straße rennt und sich in Lebensgefahr bringt. Diese Vorstellung ist ein Alptraum. Darum ist es wichtig, dass du das Jagdverhalten unter Kontrolle bekommst.

Ein Anti-Jagdttraining ist nötig. Dafür solltest du selbst die Umgebung im Auge behalten, um schon vor deinem Hund eine Katze ausfindig zu machen. Genau jetzt gilt es, die Aufmerksamkeit deines Vierbeiners auf dich zu lenken. Das übst du, ob eine Katze auftaucht oder nicht. Sonst verknüpft dein Hund den Rückruf als Hinweis auf eine spannende Ablenkung. In jedem Fall: Belohne deinen Hund dafür, wenn er zur dir kommt und Blickkontakt aufnimmt – mit Lob, Leckerli oder einem kurzen Spiel.

Das kannst du sehr gut bei dir im Garten trainieren, gerade wenn dort öfter die Nachbarskatzen vorbeischauen. Nutze dafür ein Geschirr und eine lange Schleppleine, auf die du treten kannst. So wirft dein Hund dich beim Jagdversuch nicht um und du verletzt ihn beim Zurückhalten nicht im Genick.

 

 

Warum Hunde und Katzen sich nicht verstehen – nur ein Missverständnis

Hunde jagen Katzen, weil sie sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht verstehen. Der Grund dafür: Die Sprache von Hunden und Katzen könnte nicht gegensätzlicher sein. Wenn dein Hund bellt, gerät die Katze in Panik. Wenn die Katze schnurrt, wirkt es für deinen Hund eher wie ein bedrohliches Knurren. Während dein Hund fröhlich gestimmt mit seiner Rute wedelt, erklärt die Katze mit schnellem Schwanzwedeln größtes Unwohlsein oder Anspannung.

Es ist wie verhext. Hunde und Katzen sind von der Körpersprache her kein Traumpaar. Trotzdem können sie beste Freunde werden. Beispiele dafür gibt es viele. Ein friedliches Miteinander ist also keine „Mission Impossible“. Wenn du ein paar Regeln beachtest, wird es dir sehr gut gelingen, sie zu Freunden zu machen.

 

Hund jagt Katze  – Ruhe schaffen im Haus

Damit dein Hund eure neue Katze nicht jagt, gibt es erprobte Tipps. Idealerweise sind beide Tiere vom Alter her ähnlich oder haben ein vergleichbares Temperament. Besonders zwei Jungtiere sind offen gegenüber anderen Rassen. Ist die Katze schon da, wenn der Hund kommt, kann es schwieriger werden. Ist dein Hund schon da, wenn die Katze einzieht, wird das Rudeltier Hund eher an einer Freundschaft interessiert sein.

 

Tipp 1: Trenne das neue Tier beim Einzug zunächst von dem anderen. Mit einer Decke, die nach dem neuen Familienmitglied riecht, wird das Gewöhnen etwas einfacher. Eine Katze kann man per Bell-Sound bereits auf die Geräusche des zukünftigen Mitbewohners einstimmen.

Tipp 2: Die ersten Begegnungen brauchen Zeit, Ruhe und Geduld von dir und der ganzen zweibeinigen Familie. Lass die Tiere nur unter Aufsicht zusammen in einen Raum. Der Hund ist dabei angeleint und jedes Jagdverhalten wird sofort unterbunden. Jedes neutrale oder interessierte Verhalten belohnst du positiv mit Worten und Leckerlis.

Tipp 3: Die Katze sollte bei diesen ersten Begegnungen immer eine Möglichkeit zur Flucht haben. Sie braucht eine vertraute Höhle, in die sie sich zurückziehen kann. Auch der Hundeschlafplatz kann zur Tabuzone für die Katze erklärt werden, wenn der Hund gestresst reagiert.

Tipp 4: Verfolge in den ersten Tagen die Begegnungen deiner Tiere genau und greife frühzeitig ein, bevor es zu Anspannungen kommt. Solange noch keine komplett entspannte Atmosphäre entstanden ist, achte darauf, die Futternäpfe an deutlich verschiedenen Stellen zu platzieren.

Meistes sind diese Vorsichtsmaßnahmen nur für die ersten Tage nötig. Du wirst selbst merken, ab wann Hund und Katze miteinander auskommen – und beste Freunde werden.

 

Hund und KatzeNatürlich ist es keine Pflicht, dass aus Hund jagt Katze plötzlich „Hund liebt Katze“ wird. Es ist okay, wenn deine beiden Vierbeiner respektvoll nebeneinander in deinem Haushalt leben. Manchmal haben Tiere aus zweiter Hand bereits tiefsitzende negative Erfahrungen mit der anderen Art gemacht. Das bremst die Freundschaftsbemühungen und doch wird sich auch hier das Miteinander mehr und mehr entspannen. Freu dich darauf!