Hund bellt mich an

Mein Hund bellt mich an – was will er sagen?

Erklärungen, Ursachen und schnelle Erziehungstipps, wenn dein Hund Menschen anbellt

 

Hunde, die bellen, beißen nicht – glaubt der Volksmund. Du weißt, Bellen ist oft als aggressive Warnung gemeint, nach dem Motto: Geh weg, sonst beiße ich dich gleich! Darum fragst du dich sicher: „Was bedeutet es eigentlich, wenn mein Hund mich direkt anbellt?“ Ist er tatsächlich angriffslustig oder will er auf wortlose Art mit dir sprechen und dir etwas sagen?

Je nach Situation trägt das Anbellen unterschiedliche Botschaften in sich. Schau durch die folgende Liste. Wir haben hier typische Anbell-Situationen zusammengestellt und geben dir Tipps, wie du dich verhalten kannst, wenn dein Hund dich anbellt.

 

Warum bellen Hunde – wie „sprechen“ Hunde?

Grundsätzlich sprechen Hunde mehr durch ihre Körpersprache als durch Lautäußerungen. Doch im Kontakt mit uns Menschen, setzen sie ihr Bellen durchaus gezielt ein – anders als Wölfe. Es ist ein zentraler Verhaltensunterschied zwischen unseren Haustieren und ihren Vorfahren. Zwar bellen Wölfe ebenfalls, doch sie sind vom Wesen her scheu und vermeiden es, auf sich aufmerksam zu machen.

Wir Menschen haben im Laufe des immer enger werdenden Zusammenlebens mit zahmen Wölfen für uns nützliche tierische Eigenschaften durch Zucht verstärkt. Dazu gehört das warnende Bellen beim Bewachen von Haus, Hof oder Weidetieren. Längst ist aus dem wilden Wolf das Haustier Hund geworden. Und der Hund agiert in seinen Lebens- und Verhaltensweisen an uns Menschen extrem angepasst. Somit setzen Hund ihr Bellen aus verschiedensten Gründen ein – auch zum Erreichen eigener Ziele gegen den Menschen.

 

Mein Hund bellt Menschen an!

Dein Hund bellt Menschen an, wenn Leute ihm fremd sind. Er ist besonders aufgeregt, sie zu treffen, vor allem beim Betreten seines Reviers. Aufgedrehte oder nervöse Hunde nutzen das Kläffen ohnehin als Ventil, um innere Unruhe loszuwerden. Das tun sie auch dann, wenn sie die Gefahr (wie an Silvester oder bei Gewitter) nicht sehen können.

Beim Kontakt mit fremden Menschen kann es sein, dass in deinem Hund der Beschützerinstinkt aktiv wird und er dich warnen möchte. Übrigens ist es unter Hunden durchaus ein Zeichen für einen drohenden Konflikt, wenn zwei Tiere eng zusammenstehen. So missversteht dein Hund vielleicht die Begrüßungssituation und möchte dir durch seine Unruhe samt Bellen einfach nur helfen.

 

Unser Tipp: Was kannst du tun? Schließlich sind Besucher nicht erfreut, bellt dein Hund sie an, selbst wenn er es irgendwie gut meint. Dein Hund muss verinnerlichen: Wir Menschen entscheiden, wer Haus oder Wohnung betreten darf. Zeig ihm das von Anfang an und weise ihm bereits vor dem Klingeln an der Tür einen festen Platz zu – möglichst weit weg vom Eingang. Belohne ihn, wenn er dort liegen bleibt. Es ist besonders wichtig, in Haushalten mit häufigen Besuchen von Kindern genau das zu üben. Sie reagieren auf bellende Hunde oft mit besonders viel Angst.

 

Mein Hund bellt mich an!

Bellt dein Hund dich direkt mit einem kurzen, leichten Wau-Klang an, hörbar ganz ohne Aggression? Diese Art des Anbellens bedeutet meistens, dein Vierbeiner möchte etwas von dir: deine Aufmerksamkeit (z.B. ihm ist langweilig, weil du TV schaust), deine Hilfe (z.B. weil sein Ball unerreichbar unter den Schrank gerollt ist) oder eine bestimmte Handlung (z.B. du sollst die Leine holen, damit ihr zum Spaziergang startet). Aufmerksamkeit, Hilfe und einen Spaziergang darfst du deinem Hund natürlich gerne geben. Aber: Lass dir nicht von deiner Fellnase sagen, was du wann zu tun hast.

 

Unser Tipp: Ignoriere aufforderndes Anbell-Verhalten konsequent. Da du vermutlich bisher nach einer Weile darauf reagiert hast, wird bei ausbleibender Reaktion dein Hund zunächst „alles geben“ und mit noch mehr Nachdruck bellen. Das ist normal. Schließlich hatte er bisher mit diesem Verhalten Erfolg. Bleibst du allerdings ab jetzt konsequent, hört dein Hund damit auf. War dein Liebling eine Weile still und hat sich brav auf seinen Platz gelegt, kannst du dich wieder um ihn kümmern.

 

Mein Hund bellt mich an und knurrt!

Es ist ein furchtbares Gefühl, bellt der eigene Hund einen knurrend und drohend an. Vielleicht versperrt dein Vierbeiner dir zusätzlich ein wenig den Weg. Das versichert fast jeden Menschen, egal wie lange er bereits mit dem Tier happy und harmonisch zusammenlebt. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Oft hängt dieses Verhalten zusammen mit dem Versuch, dich zu kontrollieren, um einen anderen Menschen zu schützen oder um an eine besondere Ressource (Spielzeug, Fressen, Person) zu kommen.

 

Unser Tipp: Als Sofort-Maßnahme schicke den Hund mit fester Stimme in sein Körbchen, lass ihn Sitz! oder Platz! machen. Wichtig ist, dass du agierst und der Hund reagiert. Hört das Bellen dann nicht auf oder wiederholt sich das aggressive Anbellen, sprich unbedingt mit einem Hundetrainer und lass dich beraten.

 

Mein Hund bellt mich an beim Spielen!

Dein Hund und du, ihr tobt miteinander, habt unterwegs oder im Garten richtig Spaß zusammen und plötzlich beginnt ein stetiges Bellen. Häufig geht es damit einher, dass dein Liebling um dich herumläuft, dich anspringt oder spielerisch schnappt. Anfangs findest du das noch lustig, doch irgendwann nervt oder verunsichert es dich. Zeigt dein Hund dieses Verhalten auch beim Spielen mit Kindern, ist es unverzichtbar, daran zu arbeiten. Meistens sind es trotzdem einfach nur Übersprungshandlungen aus Übermut, ohne aggressive Absicht.

 

Unser Tipp: Finde den „Aus“-Knopf für deinen Hund. Gewöhne dir an, das Spielen selbst nach kurzer Zeit abzubrechen und den Hund in eine ruhige Auszeit zu schicken. Eine Hilfe kann es sein, wenn du dich unterwegs entspannt auf die Leine stellst und dem Hund ruhig übers Fell streichst oder es mit ruhigen Worten belohnst, wenn er sich dabei neben dich legt. Das wird oft in Welpenstunden und Junghundkursen geübt, denn junge Hunde zeigen beim Spielen oft noch sehr viel Temperament.

Das Ziel ist, zu vermeiden, dass dein Hund sich selbst hochpusht und überdreht. Bei agilen Hütehundrassen ist das eine wichtige Basis-Übung. Tatsächlich können Hunde sehr schnell ihre Gemütsverfassung verändern. Geht das nicht von alleine, dann hilft ein Training.

 

Heißt das Anbellen nicht einfach nur „Ich möchte mit dir reden, lieber Mensch“? Wenn du dir die Beispiele oben anschaust, dann ist das schon ein wenig so. In jedem Fall will dein Hund dir etwas mitteilen – aus Angst oder Unsicherheit, aus Langeweile, aus Eigeninteresse. Manchmal hört das Anbellen auf, wenn du mit freundlichen Worten antwortest oder ein wenig hinter den Ohren kraulst. Wir Menschen lieben unsere Fellnasen eigentlich genau dafür, dass sie Interesse an einem liebevollen Miteinander mit uns Zweibeinern haben. Genießen wir das!