Stress bei Hunden (Sylvester)

Für den Hundebesitzer heißt es alle Jahre wieder, dass Silvester und die Tage davor sowie danach für den Hund stressig werden können. Für den Menschen ist die Zeit nach Weihnachten meist eine schöne Zeit, denn der Jahreswechsel steht bevor und fleißig werden Partys geplant und organisiert. Die guten Vorsätze für das neue Jahr sind ebenfalls ein großes Thema. Doch für einen Hund kommt diese Zeit eher einem Alptraum gleich. Hunde fürchten sich vor der Knallerei. Nicht nur an dem Tag „Silvester“ selbst, sondern auch an den Tagen vor und nach Silvester, an denen ebenfalls viel geballert wird.

 

Der Hundebesitzer ist daher alle Jahre wieder bemüht, seinen Hund gut über diese Tage zu bringen. Nützliche Tipps gibt es einige, die vorbeugend aber auch in sonstigen Angst- oder Stressfällen helfen. Feuerwerk gibt es bekanntlich nicht nur an Silvester. Viele große Jahrmärkte oder sonstige Festlichkeiten werden mit einem großen Feuerwerk beendet. Selbst bei Gewitter fürchten sich viele Tiere, auch wenn sie in ihrer gewohnten Umgebung sind.

 

Tipps, die vorbeugend gegen Stress bei Hunden helfen

 

Es gibt auch Hunde, die keine Angst vor der alljährlichen Knallerei haben. Zumindest noch nicht. Doch das kann sich im Laufe der Zeit ändern. Besser ist es daher, dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt. An Silvester selbst mit vorbeugenden Maßnahmen zu beginnen, ist definitiv zu spät. Wenn der Hund dann quasi ins kalte Wasser geworfen wird, wird er die Erinnerung an Silvester immer in negativer Erinnerung behalten. Dies gilt selbstverständlich für jedes Feuerwerk, Gewitter oder ähnliches. Verbindet der Hund allerdings die Silvestertage mit Positivem, dann besteht die Hoffnung, dass er diese auch künftig angstfrei übersteht.

 

Stress bei Hunden an den Tagen vor und nach Silvester

 

Auch an Silvester muss der Hund Gassi gehen. Dabei sollte er sicherheitshalber an der Leine bleiben. Es hilft zudem, Orte zu wählen, an denen wenig oder gar nicht geknallt wird. Hundehalter sollte ebenfalls auf offene Haustüren, Garagen oder sonstige offenen Zugänge achten. An Silvester sind die Menschen häufig vor der Tür und lassen den einen oder anderen Knaller los. Da ein Hund an Silvester um einiges angespannter und nervöser ist, könnte er panisch reagieren, wenn plötzlich in seiner direkten Nähe ein Knaller losgeht.

 

Selbstverständlich wird der Hund vor und nach Silvester auch einmal zuhause bleiben müssen. Falls man in einer Gegend lebt, in der viel geknallt wird, hilft häufig ein eingeschaltetes Radio, das Getöse von draußen ein wenig zu dämpfen. Immer darauf achten, dass man dem Hund signalisiert, dass alles in Ordnung ist, wenn er wegen der Knallerei aufmerkt. Ein Leckerchen hilft, ihn zu überzeugen, dass wirklich alles in bester Ordnung ist. Er wird es also mit der Zeit als positiv ansehen, wenn es knallt.

 

Am Silvestertag

 

Am Silvestertag und vor allem in der Silvesternacht darf ein Hund niemals alleine sein. Und es sollte als selbstverständlich gelten, dass er auch beim nächtlichen Feuerwerk nichts auf der Straße zu suchen hat. Besser ist es, eine vertraute Person mit ihm im Haus zu lassen, die sich um ihn kümmert. Während es dann draußen böllert, zischt, pfeift und es sozusagen Sterne regnet, darf es drinnen Leckerchen für den Hund regnen. Je lauter es böllert, desto mehr Leckerchen dürfen es ausnahmsweise mal sein. Auch schwere Geschütze dürfen aufgefahren werden. Schließlich handelt es sich hier um einen Ausnahmezustand.

 

Also darf es gerne auch ein Stückchen Fleischwurst als Leckerli sein. Das beruhigt und lenkt den Hund ab und er wird die Zeit der Knallerei, die meist nur etwa 60 Minuten lang anhält, besser überstehen. Natürlich hilft es nicht, ihm 60 Minuten lang Leckerlis zu reichen. Zwischendurch empfiehlt es sich, ihn zu beschäftigen mit Such- und Sammelspielen.

 

Denn Ablenken kann man ihn auch mit Spielen und nicht nur mit Snacks. Denken schützt vor Panik. Das Gehirn kann nicht beides gleichzeitig, logisch denken und stark emotional reagieren. Wenn der Hundebesitzer dann noch permanent in bester Stimmung ist, den Hund auch zahlreich mit Snacks belohnt, dann besteht die Hoffnung, dass der Hund Silvester gut übersteht und vielleicht auch keine Ängste entwickelt.

 

Als letzter Tipp ist das laufende Radio oder der Fernseher nochmals zu erwähnen. Das Herunterlassen der Rollläden hilft ebenfalls dabei, die lauten Geräusche sowie die Feuerwerkslichter zu mildern.

 

Tipps für die sehr ängstlichen Hunde

 

Ist ein Hund sensibel und sehr ängstlich, sollte sein Halter dies ernst nehmen. Angst ist für den Hund so schlimm wie für den Menschen auch. Oftmals helfen Sofortmaßnahmen, damit sich der Hund besser fühlt. Jeder Hund hat einen Lieblingsplatz, an den er sich zurückzieht. Dieser sollte zugänglich sein, wenn er Angst hat. Auch wenn es der Platz unter der Bettdecke ist. Sucht er die Nähe seines Menschen, sollte dieser ihm Zuwendung und Schutz geben. Mittlerweile weiß man, dass es dem ängstlichen Hund gut tut, wenn der Besitzer gelassen und optimistisch bleibt.

 

Früher war man der Meinung, dass Hunde nicht getröstet oder die Angst einfach ignoriert werden sollte, damit sich seine Angst nicht noch verstärkt. Dem ist nicht so. Heute weiß man es besser. Nähe und Zuwendung tun dem Hund gut. So weiß er, dass er sich auf seinen Menschen verlassen kann.

 

Noch ein letzter Tipp: Die Silvester-Flucht. Einfach den Hund rechtzeitig vor Mitternacht ins Auto packen, Radio anschalten und irgendwo hinfahren, wo es keine Böller gibt. Eventuell bietet sich hier die Autobahn an. Zurückgefahren wird dann erst, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist.

 

Nach dem Feuerwerk ist vor dem Feuerwerk

 

Feuerwerke gibt es das ganze Jahr über, wobei dieses an Silvester quasi vor jeder Haustür stattfindet und damit für den Vierbeiner am schlimmsten sein kann. Systematisches Training ist sinnvoll und kann mit Hilfe beispielsweise einer Geräusch-CD vonstattengehen. Auf diese Weise kann er sich Schritt für Schritt an laute Geräusche gewöhnen und wird von Mal zu Mal gelassener. Ist ein Urlaub über den Jahreswechsel geplant? Umso besser. Denn es gibt Orte, an denen es Silvester wenig oder gar nicht knallt. Sollte der Hund extrem panisch reagieren, kann der Tierarzt um Rat gebeten werden. Es gibt einige sanfte, pflanzliche Beruhigungsmittel, die den Hund entspannen lassen.